Technik
Visuelle Rotorblattinspektion: Methodik und Schadensklassifizierung
Von den hochauflösenden Aufnahmen über die Schadensklassifizierung nach standardisierter Skala bis zum Bericht des Sachverständigen.
Dieser Artikel erklärt die Inspektionsmethodik im technischen Detail. Zur Leistungsseite: Visuelle Rotorblattinspektion.
Was wird inspiziert?
Gegenstand der visuellen Rotorblattinspektion sind alle drei Rotorblätter einer Anlage. Pro Blatt werden vier Seiten erfasst: Blattvorderkante (Leading Edge), Hinterkante (Trailing Edge), Saugseite und Druckseite. Bei drei Blättern pro Anlage ergeben sich so 12 Blattoberflächen pro Inspektion. Alle Aufnahmen überlappen an den Kanten, sodass keine Bereiche unerfasst bleiben.
Bildauflösung und Kamerasetup
Für die visuelle Inspektion setzt DDI eine hochauflösende DJI-Kameradrohne ein, ein Kamerasystem, das für Detailaufnahmen in der Industrieinspektion konzipiert ist. Es ermöglicht, selbst kleine Defekte sicher zu dokumentieren. Details zur Hardware finden Sie unter /technik/hardware.
Automatische Flugpfade pro Anlagentyp
DDI führt pro Anlage einen Einmessflug durch, bei dem die Anlage live vermessen wird. Daraus entsteht automatisch ein Inspektionsflugpfad, der konstante Abstände, optimale Bildqualität und reproduzierbare Ergebnisse sicherstellt. Das schafft vergleichbare Benchmark-Jahresergebnisse innerhalb eines Windparks und über mehrere Prüfzyklen hinweg.
Schadensklassifizierung nach standardisierter Skala
Die Auswertung der Aufnahmen erfolgt durch Sachverständige, die jede Auffälligkeit einer Schadensklasse nach der standardisierten Skala zuordnen:
- Klasse 1: Kosmetisch, keine Maßnahme erforderlich
- Klasse 2: Beobachtung bei nächster Inspektion
- Klasse 3: Reparatur bei nächster Gelegenheit
- Klasse 4: Reparatur zeitnah erforderlich
- Klasse 5: Sofortige Maßnahme / Abschaltung
Jede Klassifikation enthält Position auf dem Blatt (Blattseite, Radius, Distanz zur Wurzel), Größe des Befundes und eine konkrete Handlungsempfehlung.
Auswertung durch Sachverständige
Die visuellen Inspektionsberichte werden von Sachverständigen erstellt, nicht von Drohnenpiloten. Die Piloten liefern die hochauflösenden Aufnahmen und die Flugdokumentation, die Auswertung und Schadensklassifizierung erfolgt durch qualifizierte Fachleute mit Erfahrung in der Rotorblattbeurteilung. Die fachliche Verantwortung liegt beim Sachverständigen. Das Ergebnis ist gutachten- und versicherungstauglich.
Drohne vs. Seilzugang bei visueller Inspektion
Der Seilzugang kann Schäden visuell erfassen, aber nicht exakt lokalisieren. Die RTK-Positionierung der Drohne liefert zentimetergenaue Verortung jedes Befundes, als Grundlage für präzise Wartungsprozesse und direkt vergleichbare Folgebefunde.
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